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Mainzer Allgemeine Zeitung Mainz vom 4.Februar 2002

Wohnbau macht Altstadt platt

Die Meenzer Drecksäck sind Feuer und Flamme für Olympia 2012.

Auch im verflixten siebten Jahr stellten die "Meenzer Drecksäck" im Haus der Jugend ihre Olympiatauglichkeit unter Beweis.

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Jacobs

Dabei sah es noch bis zum Ende des Einspiel-Films so aus, als ob die diesjährige Sitzung furios scheitern würde. Doch dann kamen die erlösenden Worte aus dem Munde von Hausmeister Becker: "Mit strunze nit - mir habbe!" "Habbe!" und nicht "hun", wie es als Motto auf den Eintrittskarten für das hemmungslos ausverkaufte "Haus der Jugend" dialektal fremdelte. Auch für Anarcho-Fassenachter gelten die gravitätischen Gesetze lingualer rhoihessischer Correctness - gerade jetzt, wo Olympia 2012 für die Domstadt schon so gut wie gekauft ist. Im schon legendären cineastischen Präludium entlockte denn auch ein forscher TV-Reporter dem Allgewaltigen Strutz Näheres, während 05-Kloppo sich schon mal mit den Untiefen des Fleischworscht-Footballs vertraut machte. Auf der Bühne ging es allerdings zunächst ins Gen-Labor der "Swinging Hausmeister", wo es zu sehr schönen Spargel-Schusswechseln und Spermien-Ansprachen kam. Noch nicht ganz olympisch die Kappefahrt nach Kandahar, in der Markus Höffer-Mehlmer und Dieter Kramer die "Humorbataillone" wetzten: "Die Fernsehfastnacht ist eine echte Alternative zum Mohnanbau. Die Zuschauer sind gar nicht mehr wachzukriegen". Zumal wenn der "schwarze Afghane" Jürgen Dietz die Bütt besetzt hält. Mit einem Ausblick auf die völkerverbindende Wirkung Mainzer Breitensports ("Der Afghane an sich schunkelt gerne, er weiß es nur noch nicht") steuerte die Sitzung mit Christopher Ströbl s Kaufhaus-Nummer schnurstracks in die Medaillenränge. Von keinem Rabattgesetz zu bändigen, entwickelten seine polyglott intonierten Verpackungsverse auf ungekochte Canneloni durchschlagenden Biss. Dann die immer wieder gern gestellte olympische Frage: Wie, beziehungsweise: wie lange macht�s der Girtler. Jürgen Girtler hat es wieder großartig gemacht, nur hat man diesmal klugerweise die Pause in den kabarettreifen Redefluss gerammt, um danach durch Girtler-Dopplung die Verfransungsgefahr zu bannen. In zackiger Clausewitzischkeit sein Publikums-Drill bei der "Operation Drecksack", gefolgt vom politsatirischen Streubomben vom Kaliber: "Der Stoiber hat schon im Religionsunterricht geröchelt, um Marienerscheinungen vorzutäuschen". Aber zurück zu Olympia und der Paradedisziplin "10000 Meter Kordelkauen". Hier machte das Örtliche Komitee um den teletubbiehaft beringten Dieter Kramer der Wohnbau hohe Hoffnug, die Altstadt abzureißen, weil da das olympische Dorf hin muss. Nach einer von Angelika Spautz , Markus Höffer-Mehlmer, Klaus Cartus und Birgit Schütz subversiv synchronisierten Dauer-Wahlwerbesendung sorgten die frommen Brüder und Schwestern um Hausprediger Peter Herbert Eisenhut für einen andachtsvollen Schüler-Schwimmbad-Schlussgottesdienst: "Gib�s auf" - oder "gib wenigstens Wasser". Auch im siebten "Drecksäck"-Jahr stand das Duo Birgit Schütz und Günter Beck als konstantes Komik-Korsett wie eine Eins. Jedenfalls dann, wenn sie nicht gerade zum Synchronschwimmen auf den Bühnengrund abtauchten oder der Dressurgaul mit Beck durchging. Für den schweinischen Medaillenspiegel sei abschließend vermerkt: Die Sau flog satte sechs Mal.

Der AZ-Jokus geht an Christopher Ströbl für seine bissfesten Kaufhaus-Canneloni-Kantaten am Klavier.

Sitzungs-Splitter

Im diesmal besonders sportiv gestalteten Programmheft zur Drecksäck"-Sitzung finden sich nicht nur die offiziellen Bewerbungsunterlagen der Stadt Mainz für die Olympischen Spiele 2012, sondern auch eine packende Fotodokumentation aller beteiligten Politiker, die dazu beigetragen haben, die Spiele endlich in die Landeshauptstadt zu holen (Beutel, Schröder, Krawietz, Scharping, Dreibus, Arafat und eine Gräfin als Mallorca-"Arschbombe"). Außerdem gibt es noch ein schönes Stadion zum Ausschneiden.

Bei den "Drecksäcken" herrschte größtenteils Vermummungs-Askese. Löblich ragten neben hintergründigen Pappnasen lediglich filigrane Schnabelmasken sowie ein durchschlagskräftiger Karatekittel hervor.

Der Knaller

"Die meisten Raucher sterben nicht an Lungenkrebs, sondern an Erfrierungen auf Balkonen." Jürgen Girtler auf der "Drecksäck"-Sitzung zur Eichel-Steuer und tapferem Qualmen gegen den Terror.

 


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de