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Mainzer Allgemeine Zeitung, 16. Februar 2004

Humbatätärä als Gospelsong

Bei der Trunksitzung der Drecksäck wird selbst die Fastnacht persifliert

Vom 16.02.2004

Von Kathrin Klöpfer

Irgendwann passen sich alle an, selbst die Drecksäck den Ritualen der etablierten Fastnacht. So stieg dieses Jahr zum ersten Mal ein Protokoller bei der Trunksitzung des alternativen Narrenvereins in die Bütt.

Dort hatte Markus Höffer-Mehlmer die Aufgabe, den Saal dazu zu bringen, nach der Sau zu rufen - "sonst kriegt die ganze Gruppe nichts zu essen". Er erfüllte seine Mission, und das Plüschvieh hüpfte auf den Händen des Publikums durchs Haus der Jugend - die Drecksäck-Alternative zu Narhallamarsch und Helau.

Treu blieb der Verein in seiner neunten Kampagne auch einer weiteren Tradition: dem Eröffnungsfilm. Darin fragte "Drecksäck-TV"-Reporter Günter Beck Bildungsministerin Doris Ahnen, ob die Regierung durch sie noch ahnungsloser geworden sei. Mit Perücke und geklautem Kostüm schmuggelte sich Malu Dreyer in die Redaktionssitzung - sie wollte der zur Moderatorin beförderten Putzfrau den Job streitig machen.

So wenig wie Narhallamarsch und Helau-Rufe kamen in der Sitzung mit dem Motto "Geist wär geil" die anderen Fastnachtsrituale vor. Geschunkelt wurde nur einmal - als Höffer-Mehlmer als Agent 2010 Beckenbodentraining im Haubinger Seniorenstift vorführte. Persifliert wurde auch das Humbatätärä, das nach dem Export der Fastnacht in die USA als Gospel in amerikanischen Autobahnkirchen gesungen wird.

Genauso wenig hatte das Ballett mit traditionellen Auftritten gemeinsam. Die Männertanzgruppe (Choreografie: Silke Jarzina) präsentierte sich als Machos in Lederkluft. Einen Mann hatte der "Dill vom Markt" ( Joachim Knapp ) besonders im Visier: Bürgermeister Norbert Schüler. Der habe jeden Hamster in Hechtsheim zum Millionär gemacht.

Der Verdienst, wohl der einzige unverkleidete Redner in der Mainzer Fastnacht zu sein, geht an Jürgen Girtler, der als Verfechter der alten Rohrstockpädagogik das Pisa-Desaster erklärte: Die 68-er hätten das von langer Hand vorbereitet, um den anderen Staaten die Angst vor einem zu starken Deutschland zu nehmen. Völlig tabulos gab sich Fernsehpfarrer Peter Herbert Eisenhut mit seinem Chor: Er sang dem abstürzenden Möllemann, kinderschändenden Priestern und dem nicht zu wählenden OB-Kandidaten Krawietz ein Ständchen. Dem 05-Präsidenten prophezeite er: "Strutz, dessen Team vor dem Aufstieg krepierte, demnächst heißt er nur noch Harald der Vierte."

Als Fußballer trat Moderator Beck zweimal auf: Als Schiedsrichter, der durch das Fernrohr eine kriminelle Vereinigung am Basketballkorb ausmachte, und als Bundestrainer Völler, der nach dem Island-Spiel von Birgit Schütz alias Waldemar Hartmann interviewt wurde.

Für ihre Sitzungsmoderation hat das Duo Günter Beck und Birgit Schütz den AZ-Jokus verdient. 


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de