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Handkäs-Blues undBrokat-Fleischwurst

Me enzer Drecksäck feiern im Zelt am Zollhafen 14. Trunksitzung und lassen die Sau fliegen

AZ vom 16.02.2009

"Am Vater Rhein in der Mutter aller Zelte" feierten die Meenzer Drecksäck ihre 14. Trunksitzung - und ließen auch dort die Sau fliegen.  
Von

Werner Wenzel

Erfrorene Gardisten vor der Horrorkulisse des Schlosses, die nach der Pinkelpause an der Christuskirche hier ihr kaltes Ende fanden - so wird es sein am Rosenomontag, glaubt man der Prognose der Meenzer Drecksäck. Bei ihrer 14. Trunksitzung war dieses Figurenspiel von Günter Beck und Birgit Schütz einer der Höhepunkte. Wie ohnehin die beiden Oberdrecksäck mit ihren Moderations-Sketchen und im traditionellen Eröffnungsfilm so ziemlich das Beste sind, was die Trunksitzung der Alternativfastnachter zu bieten hat. Dazu gehört auch die Debatte zwischen dem größten und dem dicksten Mainzer, Johannnes Gutenberg und Ady Schmelz, die sich ums Podest auf dem Gutenbergplatz streiten - nur einer soll da nicht mehr stehen - "die ordensbehangene Brokatfleischwurst von Gerster".

Ordentlich ausgeteilt hat im Zelt am Zollhafen auch Newcomer Christof Eder mit seiner Gruppe, sie stellten Denkmäler auf, ob für Norbert Schüler oder Marcel Reich-Ranicki, der dem TV "Ein bisschen Schiller, ein bisschen Goede, damit die Mensche nit verblöde" entgegensetzen will.

Der Bankenkrise widmete sich musikalisch das Quintett der "Affig - Agentur für fürchterliche Investmentbanker ohne Geld". Gleich zwei Solo-Auftritte absolvierte Markus Höffer-Mehlmer, zuerst als Survival-Trainer fürs Camp am Zollhafen mit Themen von der Abwrackprämie ("Haider war Möllemann in quer") bis zu Wahrnehmungsproblemen ("Reaktionäre wie Kardinal Ratzinger und liberale Freigeister wie Papst Benedikt") und im zweiten Auftritt als Reinkarnation vom Geiger-Fränzje, Ernst Neger, Margit Sponheimer, eines Ranzengardisten samt Pferd sowie dann im Tütü als Tanzmariechen.

Mainzerisch ging´s zu bei der "Laienspielgruppe", die mit der MVG vom "Schillerplatz - Treffpunkt freilufttrinkender Erwachsener" zum "Messegelände Hechtsheim - Sibirien" unterwegs war bis zum Südbahnhof. "Wie´s Parkhaus fertisch war, war die Zitadell fort", sagt da ein Dezernent Kühler. Lokalpolitik bot auch die Theatergruppe "Krawixxer" um den famosen Johannes Klomann als Elvira Vilzbacher, die als Vorzimmerdame im Schulamt bei der Schulentwicklungsshow "Schul-Plan-Lose" verteilt, den letzten Hauptschüler als Denkmal mit Stinkefinger für Doris Ahnen in Empfang nimmt und Verständnis zeigt für ihren Chef, der "nur honoris causa Schuldezernent" sei.

Die Plüsch-Sau als Applausmesser fliegt auch fürs Männerballett (angeführt von Trainerin Steffi Küchenmeister) - in einer tollen "James-Bond"-Choreographie sowie für den schwul-lesbischen Chor "Die Uferlosen", die "Prinz Bobo" und eine Hofsänger-Parodie in "Drecksäck suchen den Supernarr" aufbieten.

"Lebt denn der alte Glos-Michel noch?" fragt "Prediger" Peter Herbert Eisenhuth mit seinem Kirchenchor zur Eröffnung der Parforce-Tour durch Politik, Gesellschaft und (dieses Mal wenig) Kirche. Wie immer hart an der Scherzgrenze agiert das Ensemble, widmet Angela Merkels Dekolletee "Eine Insel mit zwei Bergen", verspottet und besingt den 05-Kapitän ("Dimo Wache, wie stehst du wieder da? Dimo Wache, der Ball ging durch die Baa"), bezweifelt die Regierungsfähigkeit der SPD und lässt Harry für Horst Tappert ein letztes Mal den Wagen vorfahren.

Eine runde Sache, dieses Camp am Zollhafen.

Der AZ-Jokus geht an Günter Beck und Birgit Schütz für ihre gespielten Moderationen und das Gepräch zwischen Gutenberg und Schmelz.


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de