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Radarfallen für zu schnell gehende Fußgänger

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 24.2.2014

Von Michael Erfurth

DRECKSÄCK Die „annere“ Sitzung nimmt im Eröffnungsfilm und bei den Vorträgen viele Mainzer Themen aufs Korn

MAINZ - Die Meenzer Drecksäck feiern auch im 19. Jahr ihres Bestehens mit ausschließlich eigenen Akteuren im Haus der Jugend eine „anner“ Fastnacht und setzten sich damit weiterhin wohltuend von den etablierten Sitzungen der Vereine ab, die mit bekannten „Wanderrednern“ ihr Programm füllen. In keiner anderen Sitzung stehen echte Mainzer Themen, seien es politische oder seien es närrisch vorgetragene Beoachtungen aus dem Alltag, so im Mittelpunkt. Und die Drecksäck verstehen es vorzüglich, sich selbst auf den Arm zu nehmen.

Das beginnt bereits mit dem traditionellen Eröffnungsfilm mit der Familie Becker – dargestellt von Mama Becker (Angelika Spautz) und den „Kindern“ Margit (Birgit Schütz) und Peter (Günter Beck – im wahren Leben Mainzer Bürgermeister und Finanzdezernent). Margit und Peter spielen im Film zwei Mitarbeiter des „Stadtüberwachungsamtes“ die, um Geld für ihre Mutter zu besorgen, bei den Bürgern nicht ganz legal abkassieren: mit Radarfallen für zu schnell laufende Fußgänger auf dem Gutenbergplatz oder Umweltplaketten für das kleine Feuerwehrauto im Kinderkarussell.
 
Mit dabei in der fiktiven Geschichte: unter anderem der echte OB Michael Ebling, den Margit und Peter beim Diebstahl von Arne-Jacobsen-Stühlen aus dem Rathaus erwischen. Auch fast alle anderen Dezernenten des Stadtvorstands sind in kurzen Rollen zu sehen und werden zur Kasse gebeten.

Birgit Schütz und Günter Beck schaffen es mit ihrer Moderation, bei der sie jeweils mit einem humorvollen Zwischenspiel den nächsten Programmpunkt einleiten, der Sitzung das besondere Etwas zu verleihen: Sei es als zwei „Fenstergucker“, die herrlich blöde Kommentare abgeben, oder in der liebevollen Hommage an den verstorbenen MCV-Zugmarschall Ady Schmelz, der als voluminöser Engel vom Himmel aus kopfschüttelnd beobachtet, was sein MCV in dieser Kampagne mit Vorstandsquerelen oder Almhütten mit Ballermannmusik auf dem Tritonplatz alles so treibt.

Ein weiteres Highlight: Peter Herbert Eisenhuth als scharfzüngiger Prediger mit seinem „Ministranten-Chor“ (Silke Wernet, Franziska Vogt, Claudia Lenz, Irene Laven, Christian Vogt und am Klavier Oliver Nieder). In kurzen Zweizeilern lässt er das Jahr mit spitzen bis bitterbösen Bemerkungen Revue passieren, erklärt zum Beispiel, warum das Wohngebiet Winterhafen die „Elsa-Bränd ström“ für Reiche ist. In seinen Gesangseinlagen berichtet der Prediger zum Status Quo-Hit „In the army now“ von stillenden Müttern im Kampfeinsatz in „Uschis Bundeswehr“ oder persifliert Heino mit dem Ärzte-Song „Junge“. Hardcore-Fastnacht vom Feinsten.

Die sieben Zwerge (Helga Anton, Sebastian Arnoldi, Anke Eckhardt-Würz, Monika Glaser, Karla Martin, Stefan Keller und Angelika Spautz) spießen mit ihren Liedern – vorgetragen vom „Rathaus-Wohlfühlzwerg“ oder vom „Fluglärmverlagerungs-Zwerg“ – Mainzer Themen in einer sehr witzigen Art und Weise auf.

Einen brillanten Vortrag auf Comedian-Niveau bot wieder einmal Markus Höffer-Mehlmer – in diesem Jahr als „Gelber Engel“ vom „Allgemeinen Deutschen Jecken Club (ADJC)“. Die nötige musikalische Würze verlieh der außergewöhnlichen Sitzung wieder die Band „Toni, Ernst & Die Hämmerle“ (Hans „Ernst“ Becker, Michael „Toni“ Lechner, Stefan Wippel, Udo Dengel, Julian Michel) mit ihren eigens für die Sitzung mit meenzerischen Texten versehenen Rock-Coversongs.

Übrigens: Bei den Drecksäck fordert das Publikum nach jedem gelungenen Vortrag nach der großen Plüsch-Drecksau, die dann im Saal kreist. Am Samstag war die Sau nach jedem Beitrag unterwegs – klarer Beleg für beste Stimmung und eine gelungene Sitzung

 

WER WAR NOCH DABEI?
    In der Bütt: Joachim Knapp (Ein-Dollar-Jobber der NSA); die neunjährige Melli Pace im Zwiegespräch mit Birgit Schütz; Oliver Nieder (Einer wird Millionär); die „Laienspielgruppe“ (Birgit Schütz, Hermann Junglas, Helga Anton, Burkhard Lewe, Monika Glaser, Angelika Spautz, Tomas Klein, Iris Antonietti).

    Musik und Tanz: die „Saubande“ (Christof Eder, Petra Unger, Stefan Frondorf, Oliver Buschbaum, Sebastian Arnoldi); der schwul-lesbische Chor „Die Uferlosen“; das Drecksäck-Männerballett.

 

 


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de