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Mainzer Allgemeine Zeitung, 3. März 2003
Hamster-Häuten auf der Au

Die Drecksäck fackeln nicht lange / Achte Sitzung im Haus der Jugend

Vom 03.03.2003

Die achte Sitzung der Meenzer Drecksäck im Haus der Jugend setzte der heimischen Hamsterpopulation ein Denkmal - überwiegend in Form von Fellmänteln.

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Jacobs

Die Sau ist tot. Es lebe die Sau! Denkwürdiges segelt auf rosaroten Wolken über die Getreuen in der dritten Trunksitzung es neuen Jahrtausends. Eine rundum erneuerte Werf-Wutz, biologisch völlig unbedenklich zusammengeflickt und noch aerodynamischer in ihrem Flugverhalten als das - wohl notgeschlachtete - Borstenvieh der ersten Stunde. Verständlich wäre die rohe Tat schon, denn die Stadt ist pleite bis auf die letzte Speckschwarte. Zeugnis davon legt das erschütternde filmische Doku-Drama "Butterfahrt zur Nonnenau" (Regie: Michael Schwarz , Markus Hansen-Tolles) ab: Nur ein schwunghafter Hamsterfellhandel hält die darbende Bevölkerung noch fleischlich zusammen. Da kann auch der übers Rathausplateau irrende OB ("De Beutel is leer") nichts richten - nur der Beckersche Schmuggelkahn, der aber leider titanicreif absäuft.

Das ist aber kein Grund, die Bedeutung der Butterfahrt im globalen Handel gänzlich außer Acht zu lassen, und so schmiert Günter Beck als Rheumadecken-Impressario die wesentlichen Eckdaten á la "Rama-Sutra" auf die Stulle. Untergebuttert in die Grube hat Hausprediger Peter Herbert Eisenhut im Kreise seiner Ministranten sündiges Politikervolk samt besoffener Queen Mum und knabenliebendem Klerus.

In Zeiten grassierender Hamsterhäutung frohlockt natürlich das Verbrechen. Deshalb schlagen sich im Kommissariat Astrid Becker , Inge Blitz, Barbara Lampe , Karla Martin, Ruth Remmel-Faßbender und Miguel Vicente auch bald sehr komisch mit einer Kölner Leiche herum, die die Saalfassenacht ("Sechs Stunden für drei Vorträge") teuflisch mordete ("Zusammenbruch bei den Hofsängern, Tod durch Power-Schunkeln"). Was "die Wache" sonst noch an Rationalisierungsungemach und Fahndungsaussetzern zu erdulden hat, demonstrieren sketchversiert Nedim Tuyun , Kolja Zimmermann, Carsten Reimann und Birgit Schütz: "Daheim liegt de Karlheinz und fängt schon an zu stinke".

Damit dies ein Ende hat, plastinieren Dieter Kramer, Birgit Schütz und Markus Höffer-Mehlmer die Reste zu helaufreien Körperwelten, denen allerdings die Schließmuskel nach Wiesbaden abwandern. Einen Wanderer durch städische Multi-Kulti-Irrwege gibt Nedim Tuyun , ehe Markus Höffer-Mehlmer und seine Crew mit den Bösen auf Achse gehen. Die Ideen sprühende Fassenachtsmissionsreise führt über Kuba - sehr schön das Geigerfränzje Fidel Franzisco -  über Teheran, Bagdad bis nach Nordkorea, wo die Infiltration durch Beschriftung vom Reiskörnern mit Büttenreden glückt. Keineswegs ein Notprogramm liefert die glänzende Hausband Toni, Ernst und die Hämmerle mit beingängigen Määnzer-Rockparodien ab. Souverän wie eh und je und mit einem Schuss Selbstironie agieren Birgit Schütz und Günter Beck an der Conferencier-Front: "Wenn den Grünen sonst nichts mehr einfällt, beschweren sie sich über Fastnachtsdenkmäler."

Der AZ-Jokus geht an Markus Höffer-Mehlmer und Co. für ihr "böses" Geachse. 


Meenzer Drecksäck  |  info@meenzer-drecksaeck.de